Psychotherapietage
12 Apr. 2026
Ich nutze die Zeit im Zug auf dem Weg nach Lindau am Bodensee, nach längerer Pause mal wieder etwas auf meiner Seite zu schreiben. Warum längere Pause? Da gibt es so einiges. Zunächst hatte ich ein doch erheblicheres technische Problem mit meiner Seite mit dem Finale, dass ich wichtige Dateien löschte und die Seite nicht mehr lief. Ich befürchtete schon, dass alle Texte und Bilder, die ich veröffentlichte für immer weg seien. Diese Seite dient mir selbst wie ein Tagebuch, ich kann meine fragmentarischen Fantasien sortieren, in Sätze bringen und so handhabbarer machen. Ich kann immer wieder nachlesen, was ich vor vielen Jahren machte, dachte und fühlte. Erinnerungen verblassen bis sie schließlich verschwunden sind. Das alles für immer weg? Was erst ein großer Schreck war wurde schnell zum demütigem „dann ist es so, das Leben im Hier und Jetzt ist doch eh am Wichtigsten“. Mein lieber Freund Ralph hat sich viel Zeit mit mir genommen, wir haben die Seite wiederhergestellt. Es gibt noch eine Lücke: Blogs ab Herbst 2022 fehlen noch, die Integration der alten Daten klappte gestern noch nicht. Wir schon noch klappen. Aus meinem Schreck und dem Tolerieren des Verlustes ist heute Erleichterung und Dankbarkeit geworden.
Was gab es in letzter Zeit so Wichtiges, dass die Seite für ungefähr ein Jahr verschwunden war? Halt Wichtigeres. Und die Zeit ist begrenzt. Wenn ich mal kurz in mich horche: Arbeiten: Es wird so bleiben, dass ich eine Hass-Liebe zu meinem Beruf und der Arbeit empfinde. Ich hatte es mir vorgenommen und bin aktuell dabei es umzusetzen: Weniger Arbeit, geht finanziell. Schlafen: Ich achte mehr darauf, mindestens 7 Stunden zu schlafen. Musik: Ist wieder mehr in meinem Leben geworden bzw. verändert sich. Ich plane aktuell keinen DJ-Kram. Ich höre episodisch viel Musik, wenn ich unterwegs bin, meistens Afrohouse. Ich habe zuhause meine Esszimmer-Ecke zum Wohnzimmer-Musikstudio umgebaut. Wenn ich mir Zeit nehme, erkunde ich meine alten Synthesizer oder beschäftige mich mit der für mich bisher unbekannten DAW von Ableton. Für Musikkram könnte der Tag gerne 48 Stunden haben, hat er aber nicht. Einfache Rechnung: Weniger Arbeit, weniger andere Zeitvergeudung, mehr Musik. Menschen: Regelmäßige Kontakte zu wenigen Menschen in meiner freien Zeit sind mir in den letzten Jahren deutlich wichtiger geworden, tun mir gut. Egal, wie sehr ich von meiner eigenen Gattung „Mensch“ öfter mal abgefuckt bin. Ich kann Bindungswünsche, soziale und hm… körperliche Bedürfnisse ja nicht einfach ausknipsen. Wenn ich das täte, würde ich vermutlich unglücklich. Tja, wir Menschen sind halt auch Rudelwesen. Portugal und Sirius: Seit einigen Jahren bin ich 4x im Jahr auf meiner geliebten Quinta Panoramica, eins meiner beiden Zuhause in meinem geteilten Leben Deutschland/Portugal. Ich kann es nicht anders formulieren: Ich liebe Kathi, Stan und Olaf. Auch Maike, Paula, Miri und weitere Menschen hab ich schrecklich lieb. Und die vielen Tiere. Sich mit Tieren zu beschäftigen, sich mit ihnen zu umgeben, gibt eine unglaubliche Befriedigung-Sinn-Ruhe. Viel Zeit in Deutschland ist Sirius bei mir. Kein Tag ohne einen längeren Spaziergang. Nixtun und Restzeit/-angelegenheiten: Chillen, selten mal Lesen, gerne meine Krimis schauen, in der Wohnung herumwühlen. Was sind Restangelegenheiten? Naja, so Schwachsinn wie Putzen, Waschen, Körperpflege usw.
Lindau. Psychotherapietage. Gesteigertes Interesse an Mich-fachlich-weiterbilden habe ich nicht. Eigentlich weiß ich genug. Doch das ist nicht für Lange haltbar. Uneigentlich weiß ich nicht genug. Die Behandlungen mit dem gleichen Wissen, den immer gleichen Grundkonzepten und Herangehensweisen durchzuführen ist auf Dauer doch auch unbefriedigend. Sich in Gesprächen mit anderen oder im Rahmen von Fortbildungen Anregungen, neue Perspektiven usw. zu holen ist schon ganz gut. So nutze ich meine Weiterbildungspflicht für Anregungen. Und wenn ich satt bin von Psycho-Zeugs mache ich was anderes in Lindau. 1000 Psychotherapeut:innen sind da. 1000. Hilfe. Da werde ich schnell satt sein. Sind zum Glück paar ganz liebe Kolleginnen da, mit denen ich über Psychokram oder anderen Unsinn reden kann. Oder zusammen Kaffee trinken und sich angrinsen. Tut auch gut.
Die Seite ist wieder in Betrieb. Vielleicht melde ich mich die Tage noch mal.

