Quinta-Winterende | 2026 – EINS
20 Juni 2026
Mit diesem Post mache ich den Anfang, meine acht Quinta-Auszeiten, die zwischen Sommer 2024 und Winterende 2026 stattfanden, nachzutragen. In diesem Zeitraum konnte ich während der Auszeiten nicht posten, da meine Domain vorübergehend „zerstört“ war. Folgende Blogs werden in den nächsten Monaten folgen:
Portugal 26 | 2026 (21.2. – 9.3.26), Portugal 25 (21. – 28.12.25), Portugal 24 (5. – 25.10.25), Portugal 23 (3. – 27.8.25), Portugal 22 (23.2. – 9.3.25), Portugal 21 (20. – 27.12.24), Portugal 20 (13. – 27.10.24) und Portugal 19 (21.7. – 4.8.24). Ich kann anhand meiner Fotos aus jenen Zeiten die Auszeiten rekonstruieren. Posts, die ich bei Facebook in jener Zeit machte, werden mir dabei helfen.
Tiempo-muerto.es ist ein „Tagebuch“ über mein Leben jenseits meines Lebens in Hannover. Für wen mache ich das? Wen interessiert ein öffentliches Tagebuch? Was motiviert mich dazu? Primär ist es ein Selbstzweck, ich poste für mich selbst: Auszeiten sind mein Lebenselixier als Zaubertrank meines Lebens, als magisches Mittel zur Lebensverlängerung, Heilung oder Verwandlung. Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft. 3 Dimensionen, in denen Menschen Zeit in Bezug auf ein Objekt (äußere Objekte und das Selbst als Objekt, somit Subjekt) konzeptualisieren können. Klingt vielleicht abstrakt. Es wird vorstellbarer, wenn ich das Bild einer Sanduhr verwende: Im oberen Kolben der Sanduhr ist die Zukunft, im kleinen, engen Durchlass die Gegenwart, im unteren Kolben die Vergangenheit. Vergangenheit: In Tagebüchern beschreiben Menschen Erfahrungen, die vergangen sind. Unwiederbringlich weg, allenfalls als affektiv besetzte Gedächtnisspur, Erinnerung im gegenwärtigen Körper abgespeichert. Irrelevant? Subjektiv auf keinen Fall: Vergangenes prägt uns, verändert uns, nimmt als Motivations- und Wirkquelle Einfluss auf heutiges Erleben und Handlungen im Hier und Jetzt und unsere zukünftigen nächsten Schritte. Gegenwart: Im Moment des Schreibens in ein Tagebuch über Vergangenes findet das winzig klein erscheinende Zeitfenster der Gegenwart statt. Jetzt während ich auf die Tasten meines Laptops drücke, döst Sirius im Bett, wartet darauf, dass ich mit ihm rausgehe. Ausblenden, aufschieben, zurück zum Hier und Jetzt meiner Gedanken. Gedanken, Erinnerungen an mein Leben in den unzähligen Momenten auf der Quinta Panoramica sind für mich unermesslich gut und positiv. Der Blick auf jene Vergangenheit produziert in meinem Körper sehr gute Gefühle und viel Zufriedenheit – jetzt in dem gegenwärtigen Moment des Schreibens. Jetzt denke ich an die Menschen dort und bin dankbar, den Menschen dankbar. Ich denke an die vielen Tiere dort und bin dankbar. Die Natur, Umgebung – dankbar. Zukunft: Die Momente der Vergangenheit meiner Auszeiten und der jetzige Moment des Schreibens nehmen Einfluss auf die Zukunft. Es ist hochwahrscheinlich, dass ich zukünftig wieder an meinem Seelenort sein werde. Diverse Handlung in der Gegenwart als Pläne – wann werde ich wieder dort sein, welches Flugzeug wird mich dort hin bringen usw. – erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die Zukunft stattfinden wird. Vorfreude. Tagebücher enthalten viel Vergangenheit, werden in winzig klein erscheinenden Sekunden der Gegenwart geschrieben, nehmen Einfluss auf die Zukunft.
Aus psychologischer Perspektive dienen Tagebücher der emotionalen und gedanklichen Auseinandersetzung des Schreibenden mit der eigenen, kleinen Welt und der Welt, die außerhalb der eigenen Körpergrenzen stattfindet. Das ist der zentrale Selbstzweck eines Tagebuches. Gibt es einen Sinn für andere Menschen, hat es für sie einen Zweck, das Tagebuch eines anderen Menschen zu lesen? Ich stelle diese Frage direkt: Du da, der jetzt gerade diesen Text liest. Warum machst Du das? Was motiviert Dich? Da gibt es viele Optionen, diverse Selbstzweckaspekte des Lesenden: Bilder anschauen, wirken lassen, genießen. Durch die Texte etwas über meinen Blick auf mich, die Auszeiten, mein Erleben des Erlebten der Vergangenheit zu erfahren. Sich durch Texte anregen lassen, den eigenen Blick auf sich und die Welt vorzunehmen. Was denkst Du?
Jetzt unterbreche ich den gegenwärtigen Moment des Schreiben und Sortierens des jetzt stattfindenden wirren und fragmentarischen Innenlebens aus Fantasien, Gefühlen und Erinnerungen und werde demnächst mit Sirius rausgehen.
